heraklit war natürlich schon geiler als aristoteles, aber das blöde am panta rhei ist ja nicht, dass es so unbestimmt ist, sondern dass es ja im fliehen, im ewigen werden und vergänglich sein ja nur vom widerspruch flieht. die gegensätze sind eingebaut, sie sind fundamentaler bestandteil des panta rhei. "das eine", das über dem wandel des werde bestehen bleibt, ist eine logische einheit, die die dialektik von wahrheitswerten fest eingebaut hat. wo man sich fragen kann, ob aristoteles da nicht vielleicht etwas hübscher ist, weil er ja zumindest naiv genug ist, uns vorzugaukeln, es wäre alles in ordnung...
wiesengrund - 28. Okt, 12:48
dass man überhaupt von "dem" Dualismus und "dem" denken in Gegensätzen sprechen kann, verlangt den Widerspruch, dass "der" Dualismus eben nur einer ist. und wenn man daraus ein politisches Programm ziehen möchte, so wird es negieren müssen, und wenn es negiert, wird es den Dualismus wieder aufspannen, aufspalten, wodurch die Synthese auf einer "höheren", der nächsten semiotischen Stufe wieder hergestellt wird. Diese Synthese mag dann "Metadualismus" heißen oder wie auch immer, aber es wird wieder "eins" sein, es wird wieder "der" eine Interpretant des unmittelbaren Objekts sein, welches sich "Leben" nennt. Und alles, was wir also tun können, ist ihn wegzuschieben, diesen Interpretanten, ihn immer weiter wegzuphilosophieren, was nie aufhören wird. Schade? Nein.
wiesengrund - 28. Okt, 12:40